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Bundestierärztekammer - Deutsches Tierärzteblatt

3sat / Teletipps vom Hausarzt

Geschichte unseres B-Wurfs vom Schnakennest, oder: wie aus einem Trio Infernale die fantastischen 4 wurden...

Seit 3 Jahren züchte ich Deutsche Schäferhunde aus Leistungslinien. Nachdem meine Hündin Fanny vom Flößerdorf 2004 problemlos ihren A-Wurf zur Welt brachte, machte ich mir eigentlich kaum Sorgen wegen der nächsten Geburt. Doch es sollte alles anders kommen als geplant...

55. Tag (10.07.) - Fanny bekommt abends leichte Blutungen. Gott sei Dank bemerken wir es sofort. Beim Tierarzt stellt sich heraus, das Fanny eine Schwangerschaftsvergiftung hat. In der Praxis erleidet sie dann einen regelrechten Blutsturz. Um die Hündin zu retten entschließen wir uns zu einem sofortigen Notkaiserschnitt. Um 20.30 Uhr kommen 5 Rüden und 4 Hündinnen zur Welt (alle dunkelgrau mit Daumenmarken). Davon überleben die Nacht 2 Rüden und 2 Hündinnen (Gewicht zwischen 380 und 440g). Fanny ist auf Grund des extrem hohen Blutverlustes sehr geschwächt, gleichzeitig sind ihre Blutwerte bedenklich. Die Nacht verbringe ich mit einem Bündel randalierender Würmer (ich hätte nie gedacht, dass so extreme Frühchen derart Radau machen können) und einer um ihr Leben kämpfenden Mutter schlaflos in unserem Wohnzimmer. Glücklicherweise haben wir uns Ersatzwelpenmilch zugelegt (die gebe ich Fanny normalerweise in der letzten Trächtigkeitswoche und nach der Geburt zum Futter - das liebt sie), sodass ich das Quartett alle zwei Stunden mit der Flasche beglücken konnte. Hut ab vor jeder Hundemutter! Selbst bei (nur) 4 Welpen ein Fulltimejob - Füttern, Bäuchlein massieren, Geschäftlen wegräumen, Zwerg putzen...und der Rest der Bande tobt im Hintergrund, weil sie auch drankommen wollen. So geht es die ganze Nacht. Ein bissle einfacher wird es nachdem ich die glorreiche Idee hatte einen großen (nicht lachen!) Plüschelch in die Welpenkiste zu setzen. An den kuscheln sich die Kleinen und werden etwas ruhiger.

11.07. - Da ich nach der nächtlichen Grundsatzerfahrung (Null Schlaf und auch keiner in Aussicht!) keine Möglichkeit sehe die Kleinen mit der Flasche durchzubringen, entschließen wir uns händeringend eine Amme zu suchen. Den ganzen Tag verbringe ich im Internet und am Telefon - immer ein Hundebaby dabei fütternd, massierend oder putzend. Fanny geht es leider überhaupt nicht gut. Sie interessiert sich zwar für die Kleinen und pflegt ein bissle, aber sie ist einfach zu geschwächt. Beim Tierarzt bekommt sie nochmals Infusionen, sodass sich ihr Zustand einigermaßen stabilisiert. Mittags dann der vorerst erlösende Anruf: wir haben eine Ersatzmama im Schwabenland gefunden (EIN HOCH AUF DIE SCHWABEN!!!). Am gleichen Tag noch ziehen die Welpen um. Dort jedoch stellt sich heraus, dass die Welpen der Ammenhündin schon viel zu groß sind. Die Hündin zeigt sich zwar freundlich und interessiert, ihren Trageversuch überlebt aber eine unserer kleinen Hündinnen nicht. Daraufhin nimmt eine Freundin von mir die 3 übrigen Würmlis mit zu sich und ihrer Jack-Russel-Terrierhündin Sky nach Hause.

13.07. - Fanny geht es langsambesser. Sandra und Sky kümmern sich rührend um die Kleinen,was sie mit einer Gewichtszunahme von inzwischen jeweils 50g danken. Gleichzeitig betreibt Sky Körper- und Seelenpflege bei den Welpis...

14.07. - was lange währt wird endlich gut: wir habe endlich DIE Amme für unsere drei gefunden. Im fernen Westerwald hat eine blonde Labradormama namens "Greta" am 07.07. nur eine Rüdenwelpen per Kaiserschnitt geboren. Da dieser Labi-Bub namens "Tyson" (eigentlich "Special-Edition", aber bis man ihn so später mal zurückgerufen hat, ist der Kerl über alle Berge *grins*) nicht als Einzelkind aufwachsen soll, bringen Sandra und ich unser "Trio-Infernale" (Orginalzitat von Tyson's Züchterin Ariane) nach Dausenau zu Familie Stotz und ihrem Labrador-Rudel, die uns gleich alle (Menschen und Hunde) begeistert begrüßen. Wir fühlen uns hier sofort heimisch: wahnsinns Landschaft, richtig nette und kompetente Leute und super soziale und freundliche Hunde. Wenn mich jemand nach einem richtig guten Labi-Züchter fragt: ich kenne jetzt einen :o). Auch Greta (die eigentlich "Erotic Greta Garbo of Hanging Rock" heißt) fasziniert und überrascht Sandra und mich: völlig souverän lädt sie uns regelrecht in ihre Wurfkiste ein, präsentiert stolz ihr Tyson-Baby um dann anschießend nicht weniger stolz die drei Fanny-Welpen in Beschlag zu nehmen. Innerhalb weniger Minuten sind alle frisch "gewindelt" und "angedockt", sodass man innerhalb kürzester Zeit nur noch zufriedenes Schmatzen und Welpenschnurren hört. Wir sind unbeschreiblich glücklich, die Kleinen bei dieser tollen Familie und ihren Hunden großwerden lassen zu dürfen!!!

23.08. - Fanny ist zwischenzeitlich wieder topfit und "betobt" ihre Menschen und ihr Rudel. Die Kleinen sind heute wieder zurück ins Badenerland umgezogen. Inzwischen sieht man nichts mehr davon, dass es extreme Frühchen ohne Kolostralmilch waren, denen man kaum Überlebenschancen eingeräumt hat: es sind völlig normale Welpen, die toben, bekauen und randalieren - uuund sie haben jetzt das "Labi-Gen": verfressen ohne Ende :o)

Hiermit wollen wir uns nochmals bei allen bedanken. die uns geholfen haben, vor allem Familie Stotz mit ihren fantastischen Labradors "of Hanging Rock" und bei Ammenvermittlung.de, bzw.den vielen Anrufern, die uns ihre Hündin als Ersatzmama angeboten haben. Ohne Euch wäre die Welt ein bischen ärmer!!!

Ivonne Dickemann

www.schnakennest.de

 

Bilder:


Das Foto zeigt die Jack-Russel-Hündin Sky mit den Welpen Botox, Bruce und Brianna.


Das Foto zeigt die neue Mama Greta mit ihrem eigenen Sohn Tyson und den Schäfis (2 Wochen alt).


Auf dem Foto sind die "Fantastischen 4" im Alter von 3 Wochen bei ersten Spielaktionen zu sehen.


Hier sind alle 4 im Alter von 4 Wochen beim Spielen zu sehen.

 

 

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